Kein Schaf? Kein Problem!

Wir bekommen oft Anrufe von verunsicherten HSH-Haltern: „Mein Hund braucht eine Schafherde!“, „Er ist nicht ausgelastet!“, „Er leidet bestimmt und wäre woanders besser aufgehoben!“ Doch halt – schauen wir uns einmal an, was ein HSH eigentlich die ganze Zeit so macht.

Sofern keine Gefahr in Verzug ist, macht er – nichts. Gar nichts. Und das ist kein Zeichen von Langeweile, sondern von höchster Konzentration. HSH sind Meister der Beobachtung und messerscharfe Analytiker. Ihnen entgeht nichts, nicht der kleinste Windhauch, kein vorbeihuschender Schatten. Selbst wenn sie „faul“ in ihrem selbstgebuddelten Loch liegen, sind sie jederzeit bereit zu handeln. Ihr Job ist es nicht, stundenlang durch den Wald zu rennen, sondern die Umgebung mit Argusaugen zu überwachen. Und das ist verdammt anstrengend.

Wer glaubt, sein HSH sei nicht ausgelastet, weil er nur im Garten liegt, hat ein völlig falsches Bild. Der wahre Fehler liegt oft woanders: zu viel Aktion, zu wenig Ruhe. Hundeschule, Social Walk, Mantrailing, stundenlange Wanderungen – all das kann den Hund überfordern und seiner genetischen Veranlagung widersprechen. Natürlich kann man hin und wieder etwas unternehmen, aber die Dosis macht das Gift. Ein HSH braucht keine Dauerbeschäftigung, sondern ausreichend Tiefschlafphasen, in denen sich sein Nervenkostüm regenerieren kann.

Was also braucht er wirklich? Ganz einfach: Gemeinschaft. Gemeinsam durch den Garten schlendern. Gemeinsam auf der Bank sitzen und die Umgebung beobachten. Gemeinsam auf dem Sofa schlafen. Ein HSH will nicht „bespaßt“ werden, er will dabei sein.

Also, liebe HSH-Halter: Hört auf, euch Sorgen zu machen, dass ihr eurem Hund nicht gerecht werdet. Wahrscheinlich überfordert ihr ihn eher, als dass ihr ihn unterfordert. Weniger ist mehr – und für einen HSH ist das größte Glück, in Ruhe mit seinen Menschen einfach nur sein zu dürfen.